„Die Stille meiner Worte“ – Ava Reed


Verlag: Oertinger

Seitenzahl: 320

Altersempfehlung: 12 – 15

Erscheinungsdatum: 09.03.2018

Hannah hat einen schweren Schicksalsschlag hinter ich. Ihre Zwillingsschwester Izzy ist ums Leben gekommen und seitdem haben ihre Worte den Weg nach draußen verloren. Sie spricht nicht mehr, mit niemanden. So wird auch schon die komplizierte Beziehung zu ihren Eltern schwierig. Doch dann trifft sie auf Levi. – Levi, der versteht was sie durchmacht. Der denselben Weg immer noch bestreitet. Wird er es schaffen sie wieder zum Reden zu bringen?

Das Cover passt aufgrund der jungen Frau und der Katze perfekt. Da es Hannah und Mo repräsentiert. Die Farbe blau finde ich auch gut gewählt. Es erinnert mich an Freiheit, genau so wie die kleinen Vögel.

„Seit Izzy weg ist, bin ich kaputt, ich habe Risse, ich bin schon zerbrochen und das, was blieb, sind Stücke von einem alten Ich, das irgendwie zusammenfand, aber nicht mehr zusammenpasst. Wie ein Puzzle, dem Teile fehlen, wie ein Puzzle, gemischt aus Dutzend von Stückchen, die nicht zu ihm gehören.“ (S. 86)

Man hat bei Ava Reed nie Probleme sofort in die Geschichte einzutauchen, man ist sofort im Leseflow und die Seiten fliegen nur dahin. Mir hat die Reise mit Hannah und Levi sehr gut gefallen. Sehr viel Gefühl, sehr realistisch und herzzerreißend. Mir hat die Idee mit dem Camp sehr gut gefallen, ebenso haben die Aufsichtspersonen zum Beispiel Pia einen großartigen Job gemacht. Wie sie mit den jeweiligen Persönlichkeiten und deren Geschichten umgegangen ist.

Hannah ist für mich eine starke Persönlichkeit. Man merkt, dass sie die Vergangenheit verarbeiten möchte. Sie tut Dinge, die klar für einen „Cut“ stehen, aber dennoch schafft sie diesen einen Sprung nicht. Sie hält an die Vergangenheit fest, sie hat Angst Izzy loszulassen. Ihr Leben weiterzuführen, was für sie aber nicht fair ist. Und wie soll sie das schaffen?

„Und noch mehr als vorher stecke ich jetzt irgendwo zwischen immer und nie fest, zwischen überall und nirgendwo.“ (S. 75)

Und dann ist da Levi. Ein eher grimmiger und zurückhaltender junger Mann. Man erwähnt am Anfang nicht so viel von ihm, es sind viele Fragen offen. Aber er hat mir als Gegenpart sehr gut gefallen.  

Die Zeit im Buch verfliegt wie ein Wimpernschlag und dennoch passiert so viel zwischen den Zeilen. Für mich persönlich hätte es so ein Ende gar nicht gebraucht. An sich, seine Ängste und Krankheiten zu arbeiten ist ein langer Prozess. Dennoch schätze ich die Art wie Ava die Geschichte von Levi und Hannah „beendet“ hat und ich bin mir sicher, dass die beiden immer noch an sich arbeiten. Gitarre spielen und ganz viel mit Mo kuscheln.

Die Altersempfehlung liegt bei 12-15 Jahren, aber ich mit meinen 23 Jahren hab dieses Buch geliebt und solche Bücher sind in jedem Alter wichtig. Ava traut sich über solch sensible Themen zu sprechen und dafür hat sie meinen größten Respekt, denn einfach ist das nicht. Gerade, weil sie so SENSIBEL sind. Und ich finde, dass sie ihren Job wirklich ganz toll macht.

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